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Gute Aussichten für erstes kommerzielles Geothermieprojekt in Norddeutschland
08.07.2011

Erdwärme in Niedersachsen laut Machbarkeitsstudie vielversprechend

Munster, 7. Juli 2011: Am heutigen Donnerstag stellten die Initiatoren des Erdwärmeprojektes im niedersächsischen Munster die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie vor. Mit den positiven Ergebnissen fiel auch der Startschuss für die Umsetzung des ersten kommerziellen Geothermieprojektes. Erdwärme aus etwa fünf Kilometern Tiefe soll für die Wärme- und teils auch für die Stromversorgung der niedersächsischen Kleinstadt und einer ortsansässigen Bundesliegenschaft genutzt werden.

Bereits seit rund vier Jahren verfolgen die Initiatoren die Idee, in der niedersächsischen Kleinstadt Munster, Lüneburger Heide, Wärme und Strom über ein Geothermiekraftwerk zu gewinnen. Bei dem Geothermieprojekt in Munster handelt es sich um das erste kommerzielle Projekt in Norddeutschland, das auf die Erschließung tiefer geothermischer Reservoire ausgerichtet ist. „Die gesicherte Abnahmestruktur und Infrastruktur sowie die außergewöhnlich guten geologischen Untergrundbedingungen bieten für unser Vorhaben besonders gute Rahmenbedingungen“, sagt Bernd Reichelt, Geschäftsführer der Stadtwerke Munster-Bispingen GmbH sowie der neu gegründeten Projektgesellschaft HeideGeo GmbH & Co. KG. „Aber auch wirtschaftlich rechnet sich dieses Geothermieprojekt.“, bestätigte WP StB Gerd Wolter, Geschäftsführer der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft [GGSC] Treuhand GmbH, die das Projekt in allen wirtschaftlichen und rechtlichen Fragen berät. Dieter Michalzik, Geschäftsführer der GeoDienste GmbH, der die Möglichkeiten der Erdwärmenutzung in Munster vorstellte, sieht die Zukunft des Geothermievorhabens ebenfalls zuversichtlich: „Es wäre unverantwortlich, dieses Potenzial nicht zu nutzen. Insgesamt brachte die Studie erstaunlich gute Ergebnisse.”

Bei einer Thermalwassertemperatur von ca. 160 °C und einer Zirkulationsmenge von 30 l/s ergibt sich eine thermische Leistung von 14,7 MW und eine elektrische Leistung von 1,2 MW. Aufbauend auf den vorliegenden Daten rechnet das Projektteam mit einer Wärmebereitstellung von 45.000 MWh/a und einer Stromerzeugung von 8.000 MWh/a.

Aufgrund der früheren Erdgasexploration im benachbarten Feld Dethlingen konnten bereits vorhandene Daten neu interpretiert werden. Diese dienten als Basis für die Entwicklung eines geothermischen Erschließungskonzeptes.

Nach diesem Erschließungskonzept wird zunächst das Thermalwasser über eine Förderbohrung an die Erdoberfläche gepumpt. Über Wärmetauscher wird die Energie anschließend an den Wärmekreislauf und parallel in den Stromkreislauf abgegeben. Das Thermalwasser selbst bleibt in einem geschlossenen Kreislauf und wird nach der Energieabgabe über eine zweite Bohrung wieder in den Untergrund gepumpt.

Der über dieses Verfahren gewonnene Strom wird nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) vergütet werden. Nach einem aktuellen Beschluss der Bundesregierung beträgt die Vergütung bei Geothermieprojekten 25 Cent pro Kilowattstunde. Diese Vergütung erhöht sich für Strom um 5 Cent pro Kilowattstunde, wenn dieser durch Nutzung besonderer Techniken erzeugt wird (sogenannte petrothermale Erschließung). Das Geothermieprojekt in Munster wird von den Planern als petrothermales Projekt eingestuft.

 Um dieses Potenzial zu nutzen muss die Projektgesellschaft HeideGeo GmbH & Co.KG rund 40 Millionen Euro für Bau und Betrieb der Anlage investieren. Über einen Zeitraum von insgesamt 30 Jahren erwarten die Betreiber eine durchschnittliche Projektrendite (IRR) in einer üblichen Größenordnung bei Infrastrukturprojekten. „Die Aussichten werden mit der EEG-Novelle sogar noch besser“, betont WP StB Gerd Wolter.

Die Wirtschaftlichkeit wurde anhand von Planungsrechnungen und Sensitivitätsanalysen intensiv untersucht. Die bekannten (Bohr)-Risiken werden durch Versicherungen abgedeckt. Die Kredite sollen in 20 Jahren zurückgezahlt sein. Der Geothermiebetrieb wird mit mindestens 50 Jahren veranschlagt, da die Ressource unerschöpflich ist. „Alle wesentlichen Renditekennzahlen bestätigen die Machbarkeit und Finanzierbarkeit des Geothermieprojekts für unterschiedliche Szenarien“ so WP StB Gerd Wolter weiter.

„Der nächste Schritt ist nun die Suche nach strategischen Partnern und Investoren.“, erläutert Bernd Reichelt abschließend. „Unter diesen Voraussetzungen bin ich sicher, dass wir hier ein erfolgreiches Leuchtturmprojekt für ganz Norddeutschland schaffen werden.“

Fotos des Pressefrühstücks, das am 07.07.2011 stattfand, können Sie unter dem folgenden Link zur freien Verfügung herunterladen.

www.doebler-pr.de/downloads/Bilder%20Pressefrühstück.zip

Pressekontakt:

Christine Döbler

Doebler | PR

Agentur für Kommunikation und Politik

Inhaberin Christine Döbler

Gormannstraße 14

10119 Berlin

Telefon: ++49(0) 30 6220 4690

Mobil: ++49(0) 179 - 28 000 82

Fax: ++49(0) 30 920 3722 05

E-Mail: cd@doebler-pr.de

Internet: www.doebler-pr.de

 

Projektkenndaten

Erschließungskonzept: Enhanced Geothermal Systems (EGS)

Zielnutzhorizont: Rotliegend

Anzahl der Bohrungen: 2

Vertikale Bohrtiefe: 4.800 m (5.150 m)

Fördertemperatur: > 160 °C

Förderrate (geplant): 30 l/s

Salzgehalt der Sole: > 250 g/l

Leistung geothermische Dublette: 14,7 MW

Wärmeabnahme/ -netz: vorhanden

Nennleistung Stromerzeugung: 1,2 MW
Gesamtinvestition: 40 Mio. Euro

Projektrendite (IRR): ca. 8%

Bohrbeginn (geplant): II. bis III. Quartal 2012

Inbetriebnahme (geplant): 1. Oktober 2013








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